Verschärfte Hygienevorschriften bringen neue Herausforderungen
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat in ihrer aktuellen Richtlinie "Hygieneanforderungen in der Körperpflege" vom September 2024 die Anforderungen an Friseurbetriebe deutlich verschärft. Besonders die Bereiche Instrumentendesinfektion, Arbeitsplatzreinigung und Dokumentationspflichten stehen im Fokus der neuen Bestimmungen.
Diese Entwicklung reagiert auf die gestiegenen Anforderungen des Infektionsschutzes und bringt für Saloninhaber sowohl rechtliche als auch praktische Konsequenzen mit sich. Wer die neuen Vorschriften nicht beachtet, riskiert Bußgelder bis zu 25.000 Euro sowie im Extremfall die Schließung des Betriebs.
Die wichtigsten Änderungen im Überblick
Die BGW-Richtlinie definiert drei zentrale Bereiche, in denen Friseursalons ihre Standards anpassen müssen:
Erweiterte Desinfektionspflicht
Alle Werkzeuge, die mit der Haut in Berührung kommen, müssen nach jedem Kunden obligatorisch desinfiziert werden. Dies gilt auch für Gegenstände wie Kämme, Bürsten und Haarklammern, die bisher lediglich gereinigt werden mussten. Die Verwendung von Desinfektionsmitteln mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Bakterien, Viren und Pilze ist dabei Pflicht.
Lückenlose Dokumentation
Salonbetreiber müssen künftig ein Hygieneprotokoll führen, das täglich ausgefüllt und mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden muss. Darin sind alle durchgeführten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu vermerken, inklusive verwendeter Mittel und verantwortlicher Mitarbeiter.
Schulungsnachweise für Personal
Alle Mitarbeiter müssen bis spätestens März 2025 eine zertifizierte Hygieneschulung absolviert haben. Diese muss alle zwei Jahre wiederholt werden und ist durch entsprechende Zertifikate nachzuweisen.
Unsere Einordnung: Notwendig, aber umsetzbar
Die verschärften Vorschriften sind grundsätzlich zu begrüßen, da sie den Schutz von Kunden und Mitarbeitern erhöhen. Allerdings stellen sie kleinere Salons vor erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen.
Besonders problematisch sehen wir die umfangreiche Dokumentationspflicht. Während große Salons diese durch digitale Systeme effizient abwickeln können, bedeutet sie für Einzelunternehmer einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand. Hier wäre eine gestaffelte Regelung nach Betriebsgröße sinnvoll gewesen.
Positiv bewerten wir hingegen die klaren Definitionen der zulässigen Desinfektionsmittel. Dies schafft Rechtssicherheit und verhindert, dass Saloninhaber auf unwirksame oder sogar schädliche Produkte setzen.
5 Praxistipps für die Umsetzung
1. Digitales Hygieneprotokoll einführen
Setzen Sie auf digitale Dokumentationslösungen statt auf Papierformulare. Tablet-basierte Systeme ermöglichen es, Reinigungsprotokolle direkt am Arbeitsplatz zu führen und automatisch zu archivieren. Dies spart Zeit und reduziert Fehler bei der Dokumentation.
2. Desinfektionsstationen strategisch platzieren
Richten Sie zentrale Desinfektionsstationen ein, die von allen Arbeitsplätzen aus schnell erreichbar sind. Platzieren Sie zusätzlich kleinere Desinfektionsbehälter direkt an jedem Arbeitsplatz, um Arbeitsunterbrechungen zu minimieren. Achten Sie dabei auf die korrekte Kennzeichnung aller verwendeten Mittel.
3. Arbeitsabläufe optimieren
Integrieren Sie die Desinfektion nahtlos in Ihre bestehenden Arbeitsabläufe. Während der Kunde beispielsweise zum Waschbecken geht, können Werkzeuge desinfiziert werden. Schulen Sie Ihr Personal darin, Wartezeiten produktiv zu nutzen, ohne den Service zu beeinträchtigen.
4. Sammelbestellungen für Desinfektionsmittel
Organisieren Sie sich mit anderen Salonbesitzern zu Einkaufsgemeinschaften. Der Bedarf an hochwertigen Desinfektionsmitteln steigt durch die neuen Vorschriften erheblich. Durch Sammelbestellungen können Sie Kosten sparen und gleichzeitig sicherstellen, dass Sie immer ausreichend Vorrat haben.
5. Mitarbeiter frühzeitig schulen
Beginnen Sie bereits jetzt mit der Schulung Ihrer Mitarbeiter, auch wenn die Frist erst im März 2025 abläuft. Nutzen Sie die Vorlaufzeit, um interne Hygiene-Champions zu etablieren, die als Multiplikatoren fungieren und neue Kollegen einarbeiten können.
Fazit: Vorausschauend planen statt reagieren
Die neuen Hygienevorschriften mögen zunächst wie eine zusätzliche Belastung erscheinen, bieten aber auch die Chance, die eigenen Standards zu professionalisieren. Salons, die jetzt proaktiv handeln, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und gleichzeitig das Vertrauen ihrer Kunden stärken.
Die größte Herausforderung liegt dabei nicht in der technischen Umsetzung, sondern in der effizienten Organisation der zusätzlichen Aufgaben. Moderne Salon-Management-Systeme können hier entscheidend helfen, indem sie Dokumentation automatisieren und Arbeitsabläufe optimieren.
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